Corona in Speyer

Alle Veranstaltungen sind abgesagt

Maximilianstrasse in Corona-Zeiten
Maximilianstrasse in Corona-Zeiten

Auch Speyer ist nicht von der Corona-Krise verschont geblieben. Ende März waren fast alle Geschäfte geschlossen und alle Veranstaltungen wurden abgesagt bis Ende August. Für eine Weile herrschte gespenstische Ruhe in der Stadt.

Inzwischen ist aber wieder sehr viel mehr Leben in der Stadt. Wären nicht die Schlangen vor Geschäften mit Sicherheitsabstand und Menschen mit Masken zu sehen. würde man erst mal keinen Unterschied bemerken. Nur eben die Veranstaltungen finden (noch) nicht statt.

Speyer ist bisher noch recht glimpflich davon gekommen. Wie in fast ganz Rheinland-Pfalz sind die Infektionen verhältnismässig gering. Am 23. Mai 2020 waren 84 Infektionen insgesamt gezählt worden, und 1 Neuinfektion in den letzten 7 Tagen. Es gibt leider zwei Todesfälle, aber verglichen mit anderen Städten ist das recht wenig.

Aber das scheint genau das Problem zu sein, denn die Menschen hier führen inzwischen die Lockerungen nach eigenem Gutdünken aus. So waren z.B. am Vatertag Gruppen unterwegs zu Fuss und mit dem Rad, und überall gab es Familienfeste mit Besuchern. Nun sind zwar in RLP am 18. Mai Besuche wieder erlaubt worden, aber nur mit einem anderen Haushalt. Ob das immer eingehalten wurde ist fraglich. Eine Kontrolle habe ich bisher aber noch nie bemerkt.

Auch beim Einkaufen ist ein Verschwinden der Disziplin zu beobachten, einige Verkäufer haben keine Maske mehr auf, andere Leute unterhalten sich und nehmen dabei die Maske ab weil es ohne besser geht. Dass gerade das Sprechen die Viren verbreitet wird da ganz schnell verdrängt.

Das andere Problem ist natürlich dass durch die ständigen neuen Corona-Verordnungen keiner mehr richtig durchblickt was gerade erlaubt ist und was nicht. In RLP sind wir gerade bei Verordnunng Nr 7, dies auf alle Bundesländer hochgerechnet macht eine ganze Menge. Viele Medien führen deswegen Tabellen auf ihren Internetseiten mit "was gilt wo?". Hier ist sicher der Förderalismus wenig förderlich, solange Bayern das alleine gemacht hatte war das noch witzig, inzwischen ist es nur noch dämlich.

Jakobspilger mit Maske
Jakobspilger mit Maske

So kann man nur hoffen dass die befürchtete zweite Infektionswelle trotz allen Befürchtungen doch nicht kommt und alles gutgeht.

In den letzten Jahren hat sich Speyer stark vom Tourismus abhängig gemacht, und das ist in der aktuellen Krise natürlich der am stärksten betroffen Bereich. Hotels und Gaststätten verzeichnen signifikante Einbussen und kämpfen um ihre Existenz. Es könnte durchaus sein dass dieser Bereich nach der Krise Jahre braucht um wieder die ursprüngliche Größe zu erlangen. Das alles ist im Moment sehr schwer abzuschätzen.

Das gleiche Problem haben die Veranstalter, die Schausteller und die Budenbesitzer. Während letztere noch auf einen Verkauf von zuhause oder über das Internet ausweichen können, sind die Schausteller erst mal ohne Job. Und es sieht nicht danach aus als würden die Feste bald wieder im gewohnten Rhythmus stattfinden.

Speyer ist durch die Absage aller Veranstaltungen besonders stark betroffen, weil diese ein Teil von dem sind was Speyer ausmacht.

Bisher sind avon den in dieser Gallerie aufgeführten Veranstaltungen ausgefallen:

Der Sommertagszug

Die Frühjahrsmesse

Die Weinprobe "Wein am Dom"

Das Aufstellen des Zunftbaums

Verkaufsoffener Sonntag mit Frühlingsfest

Abgesagt wurden:

Die Kult(o)urnacht

Das Brezelfest - das tut sicher am meisten weh

Die Kaisertafel

Ob das Altstadtfest im September stattfindet ist noch fraglich, es hängt sicher davon ab wie sich die Corona-Infetionswelle entwickelt

Zusammenfassend kann man sagen dass dieses Jahr in Speyer, wie auch sonst wo in der Welt, das ungewöhnlichste Jahr seit Ende des zweiten Weltkrieges sein wird. Mal sehen was es uns noch so bringt. Ich wünsche jedenfalls allen viel Gesundheit und dass die Coronawelle bald überstanden sein wird.

Nachtrag 13.6.2020

Das Altstadtfest wurde inzwischen auch abgesagt, ebenso der Bauernmarkt.

Die Zahl der Infizierten in Speyer ist Anfang Juni mit 6 Neuinfektionen in einer Woche auch wieder etwas gestiegen. Die Gründe hierfür sind mir nicht bekannt, hoffentlich liegt es nicht am laxeren Umgang mit den Hygienemassnahmen.